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Bauernhausmuseum Kürnbach | Freilichtmuseum

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Kürnbach, in der Nähe von Bad Schussenried, verfügt über eines der beliebten Bauernhausmuseen in Oberschwaben.

Eines der beliebtesten Ausflugsziele ist das Kürnbacher Bauernhaus-Museum südwestlich und Bad Schussenried. Dort kann man bei einem gemütlichen Spaziergang durch die alten Häuser die Geschichte der Bauern aus den vergangenen vier Jahrhunderten erfahren. Ein anderes Bauernhausmuseum befindet sich in Wolfegg.

Bauernhaus Museum Kuernbach

Was ist das Bauernhausmuseum Kürnbach?

Häuser aus ganz Oberschwaben hat man für das Museum in Kürnbach hergekarrt und heute verfügt das Museumsdorf über mehr als 30 Häuser samt ihrer historischen Funktion. Dabei hat man das Gefühl man darf mal kurz in fremde Häuser schnuppern. Und je länger man schaut, desto mehr findet man.

Die Häuser sind mit authentischem Zubehör ausgestattet und spiegeln das Leben der vergangenen Jahrhunderte wider. In dem Dorf kann man in die Zeit des Barock (16. & 17. Jahrhundert), wobei die Pracht in den Kirchen blieb, bis zu den 60er Jahren des vergangenen Jahrhunderts eintauchen. Das ganze Gelände ist begehbar – eine Art „Open World Map“, um es in der Sprache der Jugend auszudrücken. Dabei kann man sich auch auf den Wiesen ausruhen und ein Picknick halten.

Das einzige Haus, das dort von jeher stand ist das sogenannte Kürnbachhaus, es ist seit 1968 ein Museum. Im Laufe der Jahre kamen bis 1985 weitere Häuser als zusammengebaute Einzelteile hinzu, vom Wohn-, über das Back- bis zum Schmiedehäusle. Ab 1986 konnte man ganze Gebäude transportieren und bis zum Jahr 2011 sollten es dann ganzes Dorf sein.

Die Häuser des Freilichtmuseums Kürnbach

Mit dem Rundgang kann man sich alle Häuser fast vollständig ansehen und auf Schildern gibt es interessante Informationen zum Haus und der damaligen Zeit. Die Infotafeln befinden sich am Haus mit Informationen über das Haus und im Inneren berichten die Hinweise vom Leben und Arbeiten, vor allem der Bauern, teils sogar im O-Ton.

Haus 1 „Hirtenhaus“: Gleich zu Beginn, gegenüber der Vesperstube, begegnet man einer Räumlichkeit für Viehhirten. Das Gebäude von 1758 stammt aus Göffingen bei Riedlingen und steht hier seit 1984. Die Hirten gehörten zu den Ärmsten der oberschwäbischen Bevölkerung. Das Haus war ursprünglich doppelt so lang und war für zwei Familien ausgelegt. Solche Hütten gab es bis ins 19. Jahrhundert, als der Hirte als Beruf ausstarb. Das Hirtenhaus war kurzzeitig ein Gefängnis und später eine Wohnung für Arme. Das Plumpsklo – klassisch mit Herzchen in der Tür – gehört ebenfalls zu diesem Haus.

Haus 2 „Laternser „: Dieses Haus von 1678 kommt aus Meßhausen und verdankt seinen Namen dem ehemaligen Besitzer, Christian Laternser. Der Junge war ein Schwabenkind, das atypisch zu einem eigenen Hof kam – durch Heirat. Das Gebäude wurde in den 1980er Jahren renoviert, da es bis zum Antransport 1981 stark beschädigt war. Das Laternser Haus hat ein Strohdach, was in früheren Zeiten günstig, aber wegen der Feuergefahr gefährlich, war. Hier wird auch der Stall thematisiert.

Haus 3 „Speicher“: Dieser Speicher aus dem Jahr 1725 war ursprünglich nur ein Teil eines recht großen Bauernhofs in Spiegler bei Aulendorf. Die oberste Etage ist die Vorratskammer und der Kornspeicher befindet sich im Erdgeschoss. Das Fachwerkhaus mit gemauertem Fundament kam 1976 nach Kürnbach. Das Thema hier ist das Getreide.

Haus 4 „Hueb“: Das aus Zollenreute bei Aulendorf stammende Gebäude ist von 1633, also im Dreißigjährigen Krieg entstanden. Das rekonstruierte Fachwerkhaus hat ebenfalls ein Strohdach, aber keinen Kamin. Die Aufteilung der üblichen Hausbereiche sind diesem Haus ähnlich. Es gibt den Wohnbereich, eine Tenne (Platz zum Dreschen), Küche als Durchgangsbereich, einen Stall und den Schopf. Das Haus bietet auch einen typischen Bauerngarten aus dem 19. Jahrhundert.

Im Inneren des Hueb, was von Wirtschaftgebäude kommt, findet man eine Ausstellung zu den damaligen Essgewohnheiten in Oberschwaben. So erfährt man beispielsweise, dass Most und Kartoffelsalat erst ab dem 19. Jahrhundert aufkam. Es gibt Original oberschwäbische Rezepte zu bestaunen und das erste Kochbuch aus Oberschwaben von 1786. Herd und Feuerstellen aus der Vergangenheit kann man hier, wie auch in anderen Häusern, finden. Darunter auch Neuentwicklungen, wie der Sparherd von 1800 oder der Gusseisenherd, der den lästigen Rauch abziehen ließ. Zudem wird man auf die Essenszutaten aufgeklärt. Neben Getreide gibt es Informationen zu Rüben, Gewürzen und natürlich Sauerkraut. Selbstredend müssen auch die Spätzle oder die Knöpfle (kleine Knödel) erwähnt werden. Die heutige, längere Form der Kässpätzle, etabliert sich erst im 19. Jahrhundert.

Der Alkohol gehörte zum Alltag, das Brot hingegen war selten frisch. Wegen Brandgefahr gab es ein zentrales Backhaus. Auch lernt hier man, wie man Milch bearbeitet; vom Entrahmen bis zum Buttern. Die Milchwirtschaft gab es vor allem im Allgäu, genau wie die Käsereien. Fleisch hingegen gab es bei Bauern generell nur an Sonntagen, vor allem Rindfleisch und Geflügel. Auch das änderte sich im 19. Jahrhundert: Mit den Schweineställen kam die Hausschlachtung. Man erfährt auch etwas über die Sitzordnung am Tisch, die bis heute in vielen Familien Oberschwabens eine wichtige Rolle spielt.

Zudem gibt es eine große Ausstellung mit Kinderspielzeug aus den alten Tagen und eine Seilerei. Wie macht man Seile und aus was, hier lernt man es. Des Weiteren bekommt man Einblicke in eine Werkstatt und einen Friseur der 1950er Jahre

Haus 5 „Voggenhaus“: Das kleinste Haus im Dorf, aus dem 17. / 18. Jahrhundert, stammt aus Awengen bei Eberhardzell, das 1968 schon abgerissen und 1977 in Kürnbach wieder aufgebaut wurde. Es war das Haus von armen Handwerkern, die sich im Haus Tiere hielten und noch bis 1963 hier lebten; kurz bevor das Dach einstürzte. Der Heustall ist heute wieder gefüllt, doch archaisch mutet die Küche mit den Holzofen an. Jedoch gibt es einen Kamin und einen Stuhl mit „Geschäftsfunktion“.

Haus 6 „Kürnbachhaus“: Der Ursprung des Museums findet sich hier. Das Gebäude sollte im Jahr 1957, kurz vor dem Abriss, auf Wunsch des Museums das elf Jahr später etabliert wurde, erhalten bleiben. Der letzte Bewohnende starb 1918.

Das Haus ist 1662 von einem Herrn Lipp erbaut, wohl ein Leigeigener der Abtei Schussenried. Die Bewohnenden wechselten, doch die ärmlichen Verhältnisse blieben. Um ein Zusatzeinkommen zu haben, gab es einen Webstuhl. So geht es im Inneren thematisch um die Textilien und ihre Herstellung. Sei es der Strumpf oder die Herstellungstechnik: Weben oder Stricken. Mit dem ausgestellten Strumpfwikstuhl, von 1765 und damit einer der ältesten in Baden-Württemberg, wurden Strümpfe hergestellt. Die Technik kam mit den Hugenotten nach Oberschwaben.

Ein ganz anderes Thema im Obergeschoss ist der Tod, vor allem bei Kindern. Im 19. Jahrhundert lag die Kindersterblichkeit bei nahezu 50 Prozent, was auf die Still-Feindlichkeit wegen Aberglaubens zurückzuführen ist. So wird auch die Grablage angesprochen. Eine alte Tradition besagt, dass man allen im Haushalt den Tod mitteilte, auch Pflanzen und Tieren. Doch auch lebende Themen, wie Haare und Haartracht werden aufgegriffen.

Haus 7 „Zehntscheuer“: Heute würde man vermutlich Finanzamt sagen – der Zehntscheuer von 1750 aus Fischbach, war der Ort an dem die Bauern den Zehnten abgaben, in Form von Naturalien. Diese Zehntscheuer war das Finanzamt des Klosters Ochsenhausen und steht seit 1974 in Kürnbach. Der sogenannte Stadelmaier (Verwalter des Stadels) hatte den einzigen Schlüssel. Er überwachte auch das Dreschen des Korns. Später wurden diese Gebäude als Garage verwendet. So finden sich hier heute Fuhrwerke zu Ausstellungszwecken.

Drinnen erfährt man, wie man früher den Acker bestellte, von der Saat zur Ernte bis zum Dreschen mit dem Flegel. Mit der Industrialisierung kamen auch entsprechende Maschinen nach Oberschwaben und eine 25 PS Dampfmaschine von 1912 kann hier besichtigt werden. Sie stammt aus dem Hause Assmann & Stocker aus Bad Cannstatt. Gekauft hatte sie das Sägewerk Grötzingen bei Ehingen. Die Dampfmaschinen kamen erst spät nach Oberschwaben und wurden dann von Verbrennungsmotoren abgelöst.

Haus 8 „Backhaus Zell“: Dieses Gebäude aus dem Jahr 1886 stammt aus Mittelbiberach und stellt ein externes Backhaus dar. Das kleine Haus steht seit 1983 im Museumsdorf und informiert über – natürlich – über das Backgewerbe. Man findet hier alles was dazugehört, vom Backofen bis zum Meisterbrief. Darüber hinaus gibt eine Tafel Auskunft über den Bau eines Fachwerkhauses in vier Schritten.

Haus 9 „Hepp-Ailinger“: Das ehemalige Wohnhaus von 1788 stand einmal in Michelwinnaden bei Bad Waldsee und ist seit 1978 ein Museum. Das Haus Hepp-Ailinger (ehemals Schneiderbauer) ist relativ modern, denn der Erbauer war recht wohlhabend. Es verfügt bereits über einen Kamin und daher auch ein Ziegeldach. 

Im Inneren bekommt man Auskunft über die Werkstätten Oberschwabens in früheren Zeiten. An ausgewählten Schicksalen informiert man über Schneider, Dachdecker (Schindelmacher), Wagner, Küfer, Korbmacher, Metzger, Maler und andere reale Menschen, die es früher wirklich in Oberschwaben lebten. Oben befindet sich ein Vergleich der Berufe früher zu heute, und zur Herkunft der Namen von den Handwerksberufen.

Haus 10 „Schmiede Miehle“:  Das Gemäuer von 1886 war noch bis 1965 eine Schmiede, seit 1982 ein Museum in Kürnbach. Die Schmiede ist aus Oggelshausen am Federsee, hier wurden Pferde und Ochsen beschlagen. Erst mit dem Traktor endete das Geschäft des Schmieds. Das kleine Haus ist eine Werkstatt mit allem was man in einer Schmiede vermutet – bis zum Amboß und den Hufeisen.

Haus 11 „Ziegelstadel“: Der Schuppen aus dem Jahr 1697 kommt 1980 aus Winterstettenstadt ins Museum. Erbaut wurde der Ziegelstadel seiner Zeit auf Geheiß des Bürgermeisters Franz Anton Rüeff, der sich in dieser Branche etablierte. Man lagerte Ziegel unter diesem Dach. Das luftige Gebäude förderte die Trocknung der Ziegel. Auch ein Kalkofen befand sich damals unter dem Dach. Heute beherbergt es Kutschen, Pflüge und Schlitten, wozu es selbstverständlich Infomaterial gibt. So erfährt man auch Wissenswertes den Verlauf der Pflugentwicklung.

Haus 12 „Eligius-Kapelle“: In jedem Dorf steht eine Kirche und die darf im Museumsdorf nicht fehlen. Die Kapelle ist dem Schutzheiligen der Schmiede gewidmet, dem heiligen Eligius. Sie stammt aus Oberessendorf und wurde im 17. Jahrhundert erbaut. Die religiösen Gegenstände in der Kirche sind im Original erhalten.

Haus 13 „Schweinestall“: Der Stall stammt aus Biberach-Birkendorf und wurde 1886 von Jakob Bopp hochgezogen. Das Schwein war vor allem ab dem 19. Jahrhundert verbreitet, doch der Geruch sorgte dafür, dass sie eigene Behausungen erhielten. Trotz der 100 Jahre, die Schweine darin hausten, steht das Gebäude noch relativ gut.

Haus 14 „Haus Wolfer“: Das Gebäude um die Jahrhunderwende von 1500 herum war in Friedingen bei Langenslingen erbaut. Es ist das älteste Gebäude im Museum. Doch das spätmittelalterliche Gebäude musste einigen Umbauten über sich ergehen lassen. Was ursprünglich von Menschen der Landwirtschaft bewohnt war, war durch die Jahrhunderte ein Lohnarbeiter-Haus. Im Inneren kann man die Geschichte des Hauses mit seinen Umbauten erfahren und eine Schusterwerkstatt, so wie da Leben im 19. Jahrhundert bestaunen.

Haus 15 „Straßenwärterhütte“: Das Hüttchen kommt von der Seeburger Steige bei Bad Urach. Hierin hielten sich die Straßenwärter warm, die die Straßen reparierten. Dieses Häuschen wurde von vier Generationen Mayer genutzt, die diesen Job ausübten. Mit der Einführung moderner Straßen-Instandsetzungen wurden diese Hütten als Lager benutzt.

Haus 16 „Bienenhaus Frech“: Das Häuschen wurde 1940 für die Bienen gebaut. Es kommt aus Oberrauhen in der Nähe von Aulendorf. Benannt ist es nach dem letzten Besitzer Xaver Frech. Darin befinden sich Gerätschaften und alte Lehrbücher zur Pflege und Ernte bei Bienen. Auch heute leben dort Bienen, über ihr tun wird auf einer Infotafel aufgeklärt.

Haus 17 „Waldarbeiterhütte“: Die Holzhütte für die Holzfäller und ihr Equipment stammen um das Jahr 1910.

Haus 18 „Unterer Bauhof“: Der Untere Bauhof aus dem Jahr 1667 ist aus Betzenweiler, bei Riedlingen. Der Bau war einst Teil des Damenstifts in Buchau und diente als Versorgungskammer. Seit 1991 befindet sich das Bauwerk in Kürnbach. Das Gebäude wurde nur zum Teil rekonstruiert, ursprünglich war es ungefähr doppelt so groß. Zwar gehörte es zum Kloster, jedoch wurde es von Bauern im 17. Jahrhundert bewirtschaftet. Die restlichen Gebäude des damaligen Komplex (Obere und Obererer Bauhof) wurden abgerissen. Innen gibt es Informationen zu den bauarchäologischen Spuren.

Haus 19 „Stüble des Bauhofs“: Dieses Gebäude von 1846 aus Betzenweiler bei Riedlingen gehörte dem Bauhof Besitzer. Bei der Übergabe an Andere wegen beispielsweise des Alters, musste man die Hauptgebäude verlassen und baute solche Wohnstuben für den Lebensabend. Zuletzt zog eine Flüchtlingsfamilie aus Pommern in das Haus, daher zeigt das Haus deren Leben bis in die späten 1960er – mit TV und Volksempfänger. Es gibt Erklärungen zum Leben und Statistiken zu den Flüchtlingen nach dem zweiten Weltkrieg in Baden-Württemberg. In Kürnbach steht das Stüble seit 1991.

Haus 20 „Spritzenhaus“: Das Bauwerk aus Göffingen bei Riedlingen von 1812 war die Feuerwehr, die damals – auch wegen der Strohdächer – viel zu tun hatte. Freiwillig war dies jedoch nicht, sondern eine Pflicht für jeden Mann im Dorf. Solche Spritzenhäuser gab es folglich in nahezu jedem Dorf. Die Holzbalken dieses Spritzenhauses stammen aus dem Abriss des Schlosses. In diesem Haus finden sich alte Spritzenwagen, Feuerwehrhelme und anderes Equipment.

Haus 21 „Feldscheuer Kniesel“: Die Hütte ist von 1945, stammt aus Mengen und stellt eine Feldscheune dar, welche als Lagerplatz genutzt wurde. Diese Scheune musste einem Neubaugebiet Platz machen. Drinnen finden sich alte Traktoren von früher und die Entwicklung der Arbeitskraft auf dem Land im Angesicht der Maschinen.

Haus 22 „Schuppen Zinser“: Dieser Schuppen wurde 1921 ist aus Winterstettenstadt von Franz Josef Zinser wiedererrichtet worden. Der Schreiner baute den Schuppen in Bad Waldsee ab.

Haus 23 „Munitionslagerhalle„: Das Gebäude ist von 1972 und darin befindet sich eine Ausstellung über Mähen und Dreschen, samt der Maschinen dafür.

Haus 24 „Bendelshof mit Remise“: Der barocke Bauernhof von 1756 wurde wegen einer Frau verlassen, die Ehegattin wollten in einem neueren Haus wohnen. Die hier ebenfalls zu sehende Remise ist von 1908 und diente als Garage und Stall. Mit dem Ende der Tätigkeit als Bauer 1971 musste auch hier einem Neubaugebiet gewichen werden.

Witzige Verbotsschilder und das karge Leben damals prägen das Innere. Das Obergeschoss des Hauses hält Informationen zum Handel der Bauern in der Region vom Mittelalter bis zur Moderne. Wie entwickelte sich Oberschwaben von der Kornkammer zum Land der Milchproduktion. Weitere Themen hier sind die Bauweise und das Genossenschaftswesen. Zudem erfährt man über den Bauern im Mittelalter, mit den Frondiensten und Abgaben und dem untersten Stand in der Hierarchie. Die Entwicklung zum freien Bauern und die Folgen Napoleons, sowie das Erbrecht werden beleuchtet. Es ist sozusagen das Geschichtshaus.

Haus 25 „Brennerei Hagmann“: Wie der Name schon sagt, wurde in diesem Gebäude (und zuweilen noch heute) Alkohol hergestellt. Das Haus ist von 1877.

Haus 26 „Haus Christ“: Das Haus von 1760 stammt aus Aulendorf. Die Familie Christ war aber arm und ließ Familie Maucher noch einziehen. Also die ursprünglichen Besitzer starben, kaufte der Nachbar das Haus und ließ die Mauchers auf Miete drin. Bis 1980 war das Haus bewohnt, zeigt aber den Stand von 1960.

Haus 27 „Turm-Umspannstation“: Das Umspannwerk ist als Symbol für Elektrifizierung Oberschwabens aufgenommen worden, es ist von 1918 aus Winterstettendorf. Der damalige Energieversorger war die Oberschwäbischen Elektrizitätswerke (OEW), dieses Haus reduzierte die Spannung für das Torfwerk bis 1961.

Haus 28 „Fahrzeugwaage“: Die Waage ist eine kleine Hütte auf der Fahrzeuge bis 7,4 Tonnen gemessen werden konnten. Die Waage ist von der Firma Dieterich von 1910. So konnte man die Ernte wiegen: Voll und leer.

Haus 29 „Rathaus“: Natürlich darf das Rathaus nicht fehlen, dieses stammt aus Andelfingen und ist von 1811. Ursprünglich eine Scheune wurde es 1832 zum Rat- und Schulhaus. Es gab auch eine Gefängniszelle. 1971 zog der Rat ab und ab 1989 war es wieder ein Lager. Im Inneren lernt man über die Schule und ihre brutalen Methoden der Züchtigung, das Bürgermeisteramt und seine Verwaltungstätigkeiten. Dazu gehört auch die Landvermessung, Grenzsteinlegung, die Dienstsiegel und die Akten. Auch eine alte Leichenkutsche ist zu sehen.

Haus 30 „Waaghaus“: Dieses Waaghaus von 1893 aus Unteressendorf war für das Gewicht der Tiere gedacht. Tiere wurden nach Gewicht verkauft.

Haus 31 „Kegelbahn“: Die historische Kegelbahn ist von 1896.

Haus 32 „Tanzhaus“: Das Tanzhaus „Hirsch“ ist von 1823 aus Wolfartsweiler bei Bad Wurzach, wo man sich vergnügte. Heute findet man im Erdgeschoss (früher Garage) eine Ausstellung über Trachten (Oberschwäbische Trachtenmuseum) und der Tanzsaal im ersten Stock ist im Original. Seit 2000 ist das Haus hier. Das Museum informiert über Mode der Trachten (die nicht im Mittelalter entstanden), ihre Herstellung und die Farbnutzung.

Haus 33 „Eiskasten“: Das Bauwerk von 1920 war ein Teil des Wirtshaus‘ „Zum Adler“, der in Aßmannshardt stand. Mit starker Holz- und Wollverkleidung erreicht man einen Isolierungseffekt und konnte Eis lagern. 1945 wurde das Wirtshaus von den Franzosen konfisziert und die Bewohner lebten fortan im Eishaus.

Haus 24 „Vesperstube“: Das Restaurant ist mit viel Nippes ausgestattet und bietet bei schwäbischer Gemütlichkeit schwäbische Spezialitäten.

Was gibt es sonst noch im Kürnbacher Freilichtmuseum?

Informationen über Kräuter, den Stall, das Kinderspielzeug oder den Brunnen, Wegkreuze, alte Traktoren und Fuhrwerke, verschlungene Gänge – man kann hier wirklich vieles entdecken. Für Kinder gibt es den Entdeckungspfad.

Man findet hier übrigens auch die vom Aussterben bedrohte Merino Schafe, die im 18. Jahrhundert wegen ihrer Wolle und ihrem Fleisch eingeführt wurden. Auch andere Tiere sind vor Ort, wie Ziegen oder das Braunvieh.

Kleine und große Gärten, Obstwiesen, einen Grillplatz, einen Spielplatz und nicht zuletzt die Mini-Dampfbahn machen einen Besuch im Bauernhausmuseum Kürnbach zu einem Erlebnis.

Das Freilichtmuseum ist auch Schauplatz für viele Veranstaltungen, wie das Treffen der mittelalterlichen Landsknechte, Handwerkertage, Herbstmarkt, Oldtimer-Traktoren-Treffen, Besenbinden, Backen und andere Handwerkstätigkeiten, der Oberschwäbische Biertag und natürlich das Dampffest.

Preise, Öffnungszeiten und Adresse des Bauernmuseums

Der Eintritt kostet 4,50 Euro und für Personen bis 18 Jahren 2,50 Euro. Das Museum ist täglich von Ende März bis Anfang November geöffnet, jeweils von 10 Uhr bis 18 Uhr. Wenn man sich alles in Ruhe ansehen will, braucht man dafür schon ein paar Stunden.

Die Minidampfbahn fährt nicht immer und kostet für Kinder ab 3 Jahren einen Euro, Erwachsene 1,50 Euro.

Übrigens kann man hier auch ein Freiwilliges Ökologisches Jahr (FÖJ) ableisten.

  • Griesweg 30
  • 88427 Bad Schussenried-Kürnbach
  • Homepage
  • GPS: 47.992886, 9.675387

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